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Autounfall: Auch bei überhöhter Rechnung zahlt die Versicherung des Verursachers

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Wer ohne eigene Schuld einen KFZ-Unfallschaden erleidet, hat Anspruch auf die kompletten Reparaturkosten durch die Autoversicherung des Verursachers. Das gilt auch dann, wenn die Rechnung möglicherweise überhöht ist.

Teilweise überhöht und nicht nachvollziehbar

Das Amtsgericht München fällte aktuell dieses rechtsgültige Urteil. Zugrunde lag laut Süddeutscher Zeitung (SZ) die Klage eines Mannes, dem mit seinem Ford Mondeo die Vorfahrt genommen wurde. Die Schuld lag allein beim Fahrer des anderen Autos. Die Reparaturen waren so umfangreich, dass neben der Stoßstange auch der Kotflügel erneuert werden musste. Die Werkstatt-Rechnung von insgesamt 4.000 Euro übergab der Geschädigte der KFZ-Haftpflicht des anderen Unfallbeteiligten. Die jedoch monierte bei Teilen der Rechnung, dass sie in einigen Punkten überhöht und in anderen nicht nachvollziehbar sei. Der Unfallgeschädigte hätte dann 400 Euro selbst zahlen müssen. Im Einzelnen wollte die Versicherung bei folgenden Posten nicht zahlen:

  • zweimalige Spureinstellung – andernfalls zieht der Wagen beim Bremsen nach rechts oder links
  • Lackfinish
  • Verbringungskosten

Für den Versicherer war nicht transparent, welche Leistungen die Werkstatt in diesen Punkten erbracht hat.

„Werkstatt-Risiko“ liegt beim Verursacher

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Dagegen klagte der Unfallgeschädigte und die Richter gaben ihm in allen Punkten Recht. Das „Werkstatt-Risiko“ liege immer beim Versicherer. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Preise möglicherweise überhöht sind: Die KFZ-Haftpflicht des Versicherten sei zur Zahlung der kompletten Rechnung verpflichtet. In ihrer Urteilsbegründung verwiesen die Richter darauf, dass der Geschädigte bei den Werkstattleistungen kaum Fachwissen besitzt und daher nur wenig eingreifen kann. Der Laie, so die Richter, weiß einfach nicht, was gemacht werden muss und wie teuer das sein darf – zum Beispiel bei den Lackierkosten. Das Gericht führte unter anderem aus: Dem Unfallgeschädigten darf nicht das Urteil darüber zugemutet werden, wann eine Spureinstellung unbedingt erforderlich ist. Die Werkstatt hatte übrigens der Unfallverursacher vorgeschlagen und der Geschädigte nahm den Tipp an.